Es ging in den letzten Tagen sehr stark durch die Medien. Das Erste, das Zweite, genügend Webseiten und was weiß ich noch wer berichteten vom anstehenden Verkauf vom “Basic Thinking”-Blog. Mittlerweile ist dieser schon seit zwei Tagen verkauft, Schluss war am war am 15.01.09 kurz vor 19:51 Uhr. Wieviel Geld dabei bezahlt wurde, steht schon in der Überschrift.
Basic Thinking ist der deutsche Blog Nr. 1 und läuft seit 2005. Zwischenzeitlich legte Robert Basic, der Gründer und Alleinunterhalter des Blogs, eine Pause ein, aber dann ging es richtig ab. Herr Basic verdiente im Jahr 2008 insgesamt 37000 Euro nur durch Werbeeinnahmen. Und da kamen die Werbenden immer auf ihn zu, er selber hat sich nicht aktiv darum gekümmert. Ich will sagen: Er hätte die Einnahmen leicht steigern können. Doch er ist kein profitgeiler Typ, es geht ihn um den Blog an sich, nicht um das Finanzielle.
Mehr zu dem Thema kann man natürlich über Mr. Google herausfinden, da will ich jetzt nicht einen Roman drüber schreiben. Mir geht es vielmehr um folgende Fragen: Sollte man seinen Blog verkaufen bzw. Macht es Sinn, einen Blog zu verkaufen? Waren die 46902 Euro angemessen?
Ich beantworte die Fragen einfach mal, so wie ich es momentan aus dem Bauch heraus empfinde:
Sollte man seinen Blog verkaufen bzw. Macht es Sinn, einen Blog zu verkaufen?
Ich finde, dass man einen Blog i.d.R. nicht verkaufen sollte. Ein Blog lebt von der Person, die ihn schreibt. Der Schreibstil ist entscheidend und lässt sich nicht kopieren. Auch die Themenauswahl festigt sich mit der Zeit und da kann man jemanden nur sehr schwer nachahmen. Knapp gesagt: Ohne den Gründer ist ein Blog tot. Läuft er dennoch weiter, dann wurde er halt lebendig begraben. Finanziell betrachtet macht ein Verkauf derzeit auch keinen Sinn, da es nur einen Einmaleffekt gibt und der Erlös auch nicht ausreicht, um bis zum Tod leben zu können. Robert Basic kann die 46902 Euro niemals behalten, da kommen noch Abgaben an eBay und an das Finanzamt! Am Ende hat er vielleicht die Hälfte übrig. Na schönen Dank. Da würde ich lieber die Werbeeinahmen maximieren und davon dauerhaft leben. Außerdem lebt ein Blog wie schon gesagt von seinem Schreiberling. Und wenn derjenige einfach abhaut und woanders wieder einen neuen Blog aufmacht, dann nimmt das ihm die Leserschaft übel und sein Ruf leidet.
Meine Antwort auf die Fragen also: NEIN.
Waren die 46902 Euro angemessen?
Auf keinen Fall. Betrachtet man die Besucherzahlen und die Feed-Abonnenten (rund 17000 (!) am 15.01.09), dann ist dieser Preis verdammt lächerlich, wenn nicht gar peinlich. Google hat für YouTube Milliarden bezahlt und andere Webprojekte gingen ebenfalls für ein wesentlich höheres Entgeld an einen neuen Eigentümer. Für meine Begriffe war die ganze Aktion ein Griff ins Klo.
Neuer Eigentümer von Basic Thinking ist übrigens Serverloft, ein Webhosting-Unternehmen. Die haben schon alle E-Mail-Adressen der bisherigen Kommentatoren gelöscht, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen und damit die E-Mail-Adressen in keine falschen Hände kommen. Sie wollen mit insgesamt 4 (!) Leuten den Blog im Stile von Robert Basic weiterführen. Vom Schreibstil her wird das wahrscheinlich nicht gelingen, aber bei den Themen könnten sie da schon eher an die alten Inhaltsschwerpunkte herankommen.
Ich wünsche viel Erfolg, auch wenn ich die ganze Aktion als schlecht geplant betrachte.
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